Donnerstag, 3. Juli 2014

11. Indisches Filmfestival Stuttgart – Ganz Indien im Leinwandformat

(c) Filmbüro Baden-Württemberg
So viel Indien gibt es in Stuttgart nur einmal im Jahr: Witzig, actionreich, märchenhaft und wachrüttelnd kommt das indische Kino vom 16. bis 20. Juli im Leinwandformat in die baden-württembergische Landeshauptstadt. Das 11. Indische Filmfestival Stuttgart im Metropol Kino präsentiert 40 aktuelle Filmproduktionen aus allen Regionen des Subkontinents. Mit dem Drama ‚Siddharth’ eröffnet das veranstaltende Filmbüro Baden-Württemberg das Festival. Und zum Abschluss werden wieder die Gewinner der Filmwettbewerbe ausgezeichnet.  

(c) Filmbüro Baden-Württemberg
Mit der Komödie ‚Jadoo’ macht Europas größtes indisches Filmfestival Appetit auf mehr: Zwei zerstrittene Brüder zerreißen das von der Mutter vererbte Kochbuch in der Mitte. In ihren benachbarten Restaurants stellen die verfeindeten Gastronomen ihre Speisekarten nunmehr nach ihren Kochbuchhälften zusammen. Der eine serviert Vorspeisen und Hauptgerichte aus Teil eins; der andere bietet in seinem Lokal Hauptgerichte und Desserts aus der zweiten Hälfte von Mamas Kochbuch an. Vielleicht kann eine Hochzeit den Krieg der Kochkünstler beenden. Die Komödie über Essen, Verzeihen und Familienbande stellt britische Inder aus der zweiten Generation vor.

Leckerbissen indischer Erzählkunst

Einen Leckerbissen für Freunde der indischen Erzählkunst präsentiert Europas größtes indisches Filmfestival mit ‚The Goat Vote – Yeh Hai Bakrapur’, das ist feinste Unterhaltung mit leichtem Arthaus-Geschmack. Um ihre Schulden bezahlen zu können, will sich eine Familie von ihrer Ziege trennen. Doch der kleine Sohn, der das Haustier abgöttisch liebt, lässt keine List aus, um seinen vierbeinigen Freund zu retten.

Ein Augenschmaus verspricht ‚Lootera’ zu werden, eine bildgewaltige große Liebesgeschichte, die in den 1950er Jahren angesiedelt ist. Mit ‚Monsoon Shootout’ holt das veranstaltende Filmbüro Baden-Württemberg endlich eine actionreiche Cannes-Premiere von 2013 nach Deutschland.

Kinder bilden einen Schwerpunkt

(c) Filmbüro Baden-Württemberg
Kinder bilden einen Schwerpunkt in den aktuellen indischen Filmproduktionen. So berichtet der Eröffnungsfilm ‚Siddharth‘ vom plötzlichen Verschwinden eines kleinen Jungen. Die verzweifelte Suche der Eltern nach ihrem kleinen Sohn führt durch das ganze Land. Ein Roadmovie, das durch eine starke Geschichte um einen Vermisstenfall und atemberaubende Landschaftsbilder auffällt.

Das indische Roadmovie ‚Siddharth’ (96 Minuten) von Richie Mehta steht auch beim Schultag im Rahmen des 11. Indischen Filmfestivals Stuttgart am Donnerstag, 17. Juli 2014, ab 10 Uhr, auf dem Stundenplan. Das Drama wird in Hindi-Version mit englischen Untertiteln gezeigt.

Siddharth’ schildert die verzweifelte Suche eines Vaters nach seinem verschwundenen zwölfjährigen Sohn. Die Spur führt bis ins Rotlichtviertel von Mumbai. Trotz Verdienstausfalls und Schulden macht sich der Vater auf den Weg von Delhi nach Mumbai, ohne Foto seines Sohnes, denn nicht einmal für ein Bild ihres Kindes hatte die arme Familie Geld.

Nach der Filmvorführung steht Regisseur Richie Mehta zum Gespräch zur Verfügung. Anschließend berichten Referenten über Kinderhilfsorganisationen in Indien und klären auf über die Situation der Kinder und die Erfolge im Kampf für eine sichere Kindheit.

Der Schultag wendet sich an Schülerinnen und Schüler der 9. bis 12. Klasse. Das Ticket kostet 4 Euro pro Person. Pro Schulklasse haben zwei erwachsene Begleitpersonen freien Eintritt. Die Robert Bosch Stiftung unterstützt den Schultag. Weitere Informationen unter www.indisches-filmfestival.de

Mutiges Mädchen bringt Zuhälter hinter Gitter

(c) Filmbüro Baden-Württemberg
In ‚Lakshmi’ wird ein Mädchen zur Prostitution gezwungen. Doch es bringt mehr Mut auf als all die bereits erwachsenen Leidensgenossinnen. Die Menschenhändler und Zuhälter, aber auch die Profiteure im Hintergrund landen vor Gericht und letztendlich im Gefängnis. Der Film will dem Publikum zeigen, dass es durchaus Sinn macht, um seine Rechte juristisch zu kämpfen.

Kinderschicksale liegen den indischen Regisseuren momentan sehr am Herzen. Rotlichtmillieu, kriminelle Organhändler, Kidnapping für Auslandsadoptionen und Banden, die Kinder verstümmeln und dann als Bettler einsetzen, sind in den meisten Fällen für das plötzliche Verschwinden der Kinder verantwortlich. Mit ihrem wachen Blick auf diese Problematik werden die Veranstalter ihrem Ruf gerecht, in der Liga der engagierten Filmfestivals mitspielen zu können.
Mit der Animation ,Goopy Gawaiya Bagha Bajaiya’ zeigt das Festival einen Trickfilm für die ganze Famile. Zwei völlig talentfreie Musiker werden aus dem Dorf gejagt. In einem gruseligen Wald macht ein Zauber aus ihnen begnadete Musiker. Das Schiksal verschlägt sie in ein Königreich mit einem lustigen Regenten, der von seinem benachbarten bösen Bruder mit Krieg bedroht wird. Können die beiden Musiker die Kriegsgeister vertreiben?

In Deutschland fällt Baumwolle vom Himmel 

Aus der Schatztruhe des Alltags holten sich die Dokumentarfilmer ihre Themen. Programmgestalterin Elisa Melzer vom Filmbüro Baden-Württemberg freut sich über einen „enorm starken Doku-Jahrgang“.

(c) Filmbüro Baden-Württemberg
An einem Wintertag in den 1960ern landeten 5.000 junge Frauen aus dem südindischen Kerala auf dem Frankfurter Flughafen. Auf die 16- bis 20-jährigen Gastarbeiterinnen warteten Jobs als Pflegerinnen. „In Deutschland haben Bäume keine Blätter und es fällt Baumwolle vom Himmel“, erinnert sich eine der Krankenschwestern an ihre ersten Eindrücke von der neuen Heimat. Fünf Jahrzehnte später machte sich die Filmemacherin in ihrer Dokumentation ‚Translated Lives’ auf die Suche nach den Auswanderinnen. Konnten sie ein neues Leben in der fremden Welt aufbauen? Haben sie deutsche oder indische Männer geheiratet? Wie haben sie ihre Kinder erzogen? Oder sind sie bald oder am Ende ihrer Berufszeit zurück nach

Indien? Diese starke Dokumentation beleuchtet ein wenig bekanntes Kapitel in den deutsch-indischen Beziehungen.

Dazu Hintergrundmaterial: Indische Krankenschwestern – die frühen „Green-Card“

 Inderinnen (1964 -)

Anfang der 1960er-Jahre herrschte in Westdeutschland ein großer Mangel an Krankenschwestern. Man begann damit, ausländisches Personal anzuwerben und auszubilden. Vor allem aus Kerala kamen junge christliche Frauen in kirchliche Hospitäler.

Das Land Baden-Württemberg bildete ab 1964 an seinen Psychiatrischen Landeskrankenhäusern, z.B. in Tübingen, Heidelberg, Emmendingen, Wiesloch und Rottweil, ebenfalls indische Krankenschwestern aus. Auch in kirchlichen Häusern gab es Gruppen indischer Krankenschwestern, wie z. B. in Walldürn.
 
In der gesamten damaligen Bundesrepublik waren es etwa 6.000 Frauen, in Baden-Württemberg etwa zweihundert. Viele heirateten Deutsche und gründeten ihre Familien hier, manche gingen zurück, andere zogen weiter, vornehmlich in die USA und nach Kanada.

Die hier Gebliebenen, viele inzwischen deutsche Staatsbürger und schon in Rente, gründeten ihre „Samajams“ (Vereinigungen), so im Raum Stuttgart-Pforzheim und in und um Heidelberg. Dort pflegen sie ihre Kultur und Sprache.

Die „indischen Krankenschwestern“ stehen durch ihren Beruf im unmittelbaren Kontakt zu allen Bevölkerungskreisen. Mit ihren Familien und landsmannschaftlichen Aktivitäten trugen sie schon früh zur Öffnung der deutschen Gesellschaft für andere Kulturen und zu deren Anerkennung bei.


Mit Rainer Langhans auf spiritueller Sinnsuche 

(c) Filmbüro Baden-Württemberg
Von Deutschland nach Indien brach die schwer an Krebs erkrankte Regisseurin und Autorin Jutta Winkelmann auf. Gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Gisela Getty kamen beide während der 68er-Bewegung als Bekannte von Rainer Langhans in die Schlagzeilen. Mit Weggefährte Langhans und zwei Freundinnen machte sich Winkelmann nun auf die Suche nach einer spirituellen Kraft, um mit der Angst vor dem Krebstod besser umgehen zu können. Ihr Sohn, der Münchner Filmstudent Severin Winzenburg, dokumentierte den Trip in die heiligste Stadt der Hindus (Varanasi, auch Benares genannt) und zum Kumbh Mela, dem größten religiösen Fest des Hinduismus. Ob die kleine Reisegruppe Erlösung oder Erfüllung gefunden hat, schildert ‚Good Luck Finding Yourself’ auf sehr anschauliche Weise.

Atemberaubende Aufnahmen aus der Salzwüste 

(c) Filmbüro Baden-Württemberg
Neben diesen beiden deutsch-indischen Dokumentationen entschied sich Programmleiterin Elisa Melzer auch für eine filmische Reportage, die Kameramann Lutz Konermann, Dozent an der Filmakademie Baden-Württemberg, filmte. Mit atemberaubenden Aufnahmen porträtiert Konermann in ‚My Name is Salt’ eine Familie, die in einer indischen Wüste Salz gewinnt. Um Landraub geht es in ‚Millions can Walk’. Die Ureinwohner Dalits und Adivasis sind leichte Opfer für Investoren, die in den unberührten Lebensräumen der ‚ersten Inder’ bauen, Arbeitsplätze schaffen oder Bodenschätze gewinnen wollen. Die Urvölker besitzen keine Urkunden für ihr Heimatland.

Jungfräulichkeit und Situation der Lesben

Mit der Situation der Frauen in Indien setzen sich zwei Dokumentarfilme auseinander. In ‚My Sacred Glass Bowl’ passt die ganze Familie wie ein Wachhund auf die Jungfräulichkeit der Tochter auf. Denn nur unberührte Töchter haben auf dem Heiratsmarkt einen Wert. Auch nach der Hochzeit gehört der Frau ihr Körper nicht – nun wacht der Ehemann über sie, trifft Entscheidungen für sie.

(c) Filmbüro Baden-Württemberg
Wie es den sexuellen Minderheiten in Indien momentan geht, schildert die Dokumentation ‚And You Thought You Knew Me’. 2009 kam in Indien ein Gesetzesvorschlag auf den Tisch, der Homosexualität Straffreiheit zusichern sollte. Das Papier wurde nie in ein Gesetz verwandelt. Inzwischen leben Homosexuelle in Indien wieder in einer rechtlichen Grauzone. Für viele ist das Internet der einzige Zugang, um mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen. ‚And You Thought You Knew Me’ stellt fünft Intersexuelle und Transmenschen vor.

Indien nach Indira Gandhis Tod 

An allen Festivaltagen bringen insgesamt vier Kurzfilmblöcke Shorts auf die Leinwand. Nahezu 20 Kurzfilme, in denen es hauptsächlich um Liebe und Familie, gesellschaftliche Verantwortung und geheimnisvolle Begebenheiten geht, schafften es ins Festivalprogramm. ‚Rab da Vaasta – For God’s Sake’ erinnert an die Zeit nach der Ermordung von Premierministerin Indira Gandhi. Im Kurzfilm ‚Amoortha’ geht es um die Situation der Frauen in Indien.

Fortgesetzt wird in diesem Jahr auch die Zusammenarbeit mit pocket films. Das indische Kurzfilmfestival schickt seine drei besten Shorts in Stuttgart ins Rennen um den Kurzfilmpreis.

Wunschfilm für SRK-Fans 

Auf die Fans von Shah Rukh Khan, dem König von Bollywood, wartet ein Wunschfilm. Im Vorfeld des Festivals ließ das Filmbüro Baden-Württemberg über drei Khan-Blockbuster abstimmen: ‚Chennai Express’, ‚Jab Tak Hai Jaan’ und ‚Don 2’. Welcher Kassenknüller es ins Programm geschafft hat, wird auf dem Festival verraten.

Um den vom Hauptsponsor Andreas Lapp, Honorarkonsul der Republik Indien für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, gestifteten Preis German Star of India konkurrieren acht Beiträge im Spielfilmwettbewerb. In den Kategorien Kurz- und Dokumentarfilm werden ebenfalls Preise vergeben. Das Publikum darf natürlich auch seinen Favoriten bestimmen.

Fester Bestandteil im Kulturkalender

(c) Stuttgarter Nachrichten
„Das Indische Filmfestival Stuttgart ist nach über zehn Jahren zu einem festen Bestandteil im Kulturkalender unserer Viel-Völker-Landeshauptstadt geworden“, betont Oliver Mahn, der Erste Vorstand des Filmbüro Baden-Württemberg. Mit dem Film- und Rahmenprogramm gebe der gemeinnützige Kulturverein besondere und ungewöhnliche Einblicke in den indischen Lebensalltag, die weit darüber hinausgehen, was man aus den Medien und Nachrichten erfährt. „Dies soll ein Beitrag zum interkulturellen Austausch sein, der heute in einer globalisierten Welt wichtiger denn je ist“, erklärt Mahn. Er freut sich auch auf den Festivalbesuch der großen indischen Filmexpertin Uma da Cunha aus Stuttgarts Partnerstadt Mumbai. Sie und Therese Hayes sind seit langem Kuratorinnen des Festivals in Stuttgart.

Ein Spiegelbild der indischen Gesellschaft 

„Mein Herz schlägt für Indien. Deshalb ist es für mich eine große Freude, das 11. Indische Filmfestival Stuttgart unterstützen zu dürfen,“ betont Andreas Lapp, Hauptsponsor des Festivals und Honorarkonsul der Republik Indien für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die Festivalbeiträge seien ein Spiegelbild der indischen Gesellschaft und seiner Kulturen, mit allen positiven und negativen Facetten. „Sie faszinieren mich jedes Mal aufs Neue,“ gesteht Lapp. Das Indische Filmfestival Stuttgart sei mittlerweile zu einer festen Größe im kulturellen Angebot der Stadt Stuttgart geworden und trage dazu bei Brücken zwischen den Kulturen zu bauen.

Vier ‚Tea Talks’: So tickt Indien 

Wie Indien tickt, verraten die ‚Tea Talks’ im Rahmen des 11. Indischen Filmfestivals Stuttgart. Seit Beginn des deutsch-indischen Filmfestes fühlen Experten in jeweils vier Gesprächsrunden den Puls der indischen Gesellschaft. Aktuelle Themen, traditionelle Eigenheiten oder religiöse Besonderheiten – alles wird unter die Lupe genommen.

Wie geht es in Indien nach der Parlamentswahl weiter? Warum muss jeder zweite Inder ohne funktionierende Toilette leben? Wie funktioniert der indische Heiratsmarkt? Und wie entsteht ein modischer Traum aus Seide? Diese Fragen greifen die vier ‚Tea Talks’ in diesem Jahr auf. Wieder hat das Filmbüro Baden-Württemberg zu jedem Thema Insider als Referenten eingeladen. Die Tea Talks werden von der Robert Bosch Stiftung GmbH unterstützt.

Hier die vier Gesprächsrunden – alle finden immer von 16 bis 18 Uhr im Event-Raum des Metropol Kinos Stuttgart (2. OG) statt – im Überblick:

(c) Filmbüro Baden-Württemberg
Die Parlamentswahl 2014 in Indien – eine Analyse’ am Donnerstag, 17. Juli 2014: Die neu gewählte Regierung hat ihre Arbeit aufgenommen. Was nun, Indien? Welche Änderungen brachte die Parlamentswahl für den Vielvölkerstaat? Dr. Pierre Gottschlich von der Universität Rostock und Dr. rer. Pol. Jivanta Schöttli vom Südostasien Institut an der Universität Heidelberg werten das Wahlergebnis aus. Was haben die Inder, die Nachbarstaaten, die Wirtschaftspartner und die Weltpolitik von der neuen Regierung zu erwarten?

Jeder zweite Inder ohne funktionierende Toilette

(c) Filmbüro Baden-Württemberg
Indien und das Wasser – heilig, begehrt und missbraucht’ am Freitag, 18. Juli 2014: 814 Millionen Menschen in Indien leben ohne Zugang zu einer angemessenen Sanitärversorgung. Die globale Wasser- und Sanitärkrise ist somit sehr stark mit Indien verknüpft. Der ‚Tea Talk’ nennt die Ursachen beim Namen und zeigt Lösungsansätze anhand zweier Praxisbeispiele in Indien. Ein weiterer Aspekt der Wasserproblematik: Wasserknappheit, Energiearmut und Hungersnöte erfordern künftig eine angemessene politische Reaktion. Wie lassen sich kurzfristige Entwicklungsziele, wirtschaftlicher Wachstum und langfristiger Schutz der Umwelt unter einen Hut bringen? Die Referenten sind Sven Riesbeck von Non-Water Sanitation e. V. und Hannah Janetschek von der Freien Universität Berlin.

(c) Filmbüro Baden-Württemberg
Der Heiratsmarkt in Indien – verliebt, verlobt, unverheiratet’ am Samstag, 19. Juli 2014: In eine Welt zwischen Online-Dating und durch Eltern arrangierter Ehen blicken die Referenten dieses Tea Talks. Welche Möglichkeiten gibt es, um seinen Ehepartner kennenzulernen? Welche Rolle spielen inzwischen die Dating-Portale im Internet? Warum wird eine Hochzeit für den Brautvater so teuer? Und wie hoch liegt die Scheidungsrate in Indien. Dr. Fritzi-Marie Titzmann von der Universität Leipzig und Liubov Osatiuc von der Universität Tübingen beleuchten die indischen Beziehungskisten.

(c) Filmbüro Baden-Württemberg
Seidenverarbeitung in Indien’ am Sonntag, 20. Juli 2014: Dr. med. Uschi Suchitra Traub, die im Großraum Stuttgart immer wieder Sariwickel-Kurse veranstaltet, kennt den Stoff vieler Modeträume. Sie berichtet über die Herstellung und Nutzung der Seide, weist auf regionale Unterschiede hin und gibt Einblick in den Dresscode. Mareike Herberg vom Seidenhaus Winhöring nimmt ebenfalls am Tisch der Experten Platz und schildert die Entstehung der Seide von der Raupe bis zum Stoff.

Bildungspodium mit hochkarätiger Expertenrunde 

(c) welt.de
Unter dem Schwerpunkt ‚Lernen in globalen Bildungspartnerschaften’ wird beim 11. Indischen Filmfestival Stuttgart die Podiumsdiskussion ‚Klimaschutz macht Schule’ fortgesetzt. Am Donnerstag, 17. Juli 2014, ab 19 Uhr, wird im Metropol Kino eine hochkarätige Expertenrunde das Thema Umweltbildung zwischen Ökologie und Ökonomie beleuchten. Diskutiert wird, wie ein Umwelt- und Klimabewusstsein durch Wissens- und Bildungstransfer in Gang gebracht werden kann. Christoph Ulmer vom Südwestrundfunk (SWR) moderiert das Podium. Zugesagt haben unter anderem Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. Eva Marie Haberfellner, Leiterin der Bildungsinitiative der Dieter von Holtzbrinck Stiftung und Schatzmeisterin der Studienstiftung des Deutschen Volkes, und Dr. Ulrich Reuter, der Leiter Abteilung Stadtklimatologie des Amtes für Umweltschutz der Stadt Stuttgart.
Bei der Zusammenführung von Akteuren aus Bildung, Wissenschaft und Praxis, aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Nachhaltigkeit werden unterschiedliche Ansätze geklärt und Gemeinsamkeiten festgestellt. Ziel ist es, Allianzen und Partnerschaften zu schaffen, um eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen zu erreichen.

Veranstalter sind der Verein zur Förderung entwicklungswichtiger Vorhaben e. V. und das Filmbüro Baden Württemberg.

(c) Filmbüro Baden-Württemberg
Hintergrund: Schulpartnerschaften in einer globalisierten Welt: In einer globalisierten Welt mit all ihren Vor- und Nachteilen hat interkulturelles Lernen einen bedeutenden Platz. Globale Probleme können nur im gegenseitigen Verständnis gemeinsam gelöst werden. Während in der Schule interkulturelles Lernen bisher eine Domäne des fremdsprachlichen Unterrichts ist, zeigt dieses Projekt auch im umwelttechnischen, naturwissenschaftlichen Bereich neue Möglichkeiten auf. Es ist eine Schnittstelle zwischen Internationaltät, interkulturellem Lernen und den globalen Herausforderungen.Umwelt und Klimabewusstsein durch Bildungstransfer: Die Förderung des Umweltbewusstseins, Wissen und globale Entwicklunsansätze sind für eine gerechte, nachhaltige Entwicklung unabdingbar. Dieser Herausforderung stellt sich das Renewable Energy Centre, Mithradham, Kerala, India. Die Zusammenarbeit mit Schulen aus hoch industriealisierten Ländern und Schulen aus. 

Party, Dance-Workshops, Henna Tattoos und Yoga Workshop 

Tanzen wie die Bollywood-Stars im Kino können die Besucherinnen und Besucher des Festivals in Tanzworkshops. Und auf dem Roten Teppich vor dem Metropol Kino machen regelmäßige Tanzvorführungen auf das sommerliche Kinoevent aufmerksam.

Zu den weiteren Attraktionen im Rahmenprogramm gehört ein Ayurveda-Yoga-Workshop mit Asha Dominic, Dr. Reji Thomas und Dr. Sayli Doshi. Ayurveda und Yoga vereinen die ganzheitliche Therapie von Körper, Geist und Seele mit Fokus auf der Lebensweise und der geistigen Aktivität kombiniert mit Übungen und Massagen. Und natürlich fehlen auch die beliebten Henna-Tattoos nicht.

So richtig ab geht es auf der Bollywood-Party: Die offizielle After-Show-Party ‚Bollywood meets Hip Hop’ steigt am Freitag, 19. Juli, ab 22 Uhr im Club Pure in der Friedrichstraße 13 in Stuttgart. Der international gefeierte DJ Panjabi MC legt auf. Jonny M. Women Fitness unterstützt die Party.



Konzert am Roten Teppich 

Ein Novum in diesem Jahr: Drei Gastmusiker aus Indien spielen am Freitag, 18. Juli live auf dem Roten Teppich vor dem Metropol klassische indische Musik. Mohammaed Altaf (Santoor, Jaltarang), Aadil Hussain Khan (Dholak, Tabla) und Khadim Hussain Gulab Khan (Tabla, Jaltarang) treten um 12.30 Uhr, 15 Uhr und 17 Uhr und am Samstag, 19. Juli, um 12.30 Uhr auf.
Am Samstag, 26. Juli, 20 Uhr, treten die gleichen Musiker im Theater am Faden in der Hasenstrasse 32 auf.

Khadim Hussain Gulab Khan ist künstlerisches Ensemblemitglied von All India Radio. Er gehört der Delhi Tabla Gharana an. Altaf und Aadil sind seine Söhne und Musiker in der siebten Generation. Sie gehören zur Indore Gharana. Alle sind Schüler von Ustad Gulab Khan, dem bekannten Sarangispieler aus Jaipur. Jaltarang ist ein uraltes Melodieinstrument der indischen Musik, welches heute nur noch sehr selten gespielt wird. Die wassergefüllten Porzellanschalen sind schwierig zu stimmen und werden mit Holzklöppeln angeschlagen.

Mehr unter www.indisches-filmfestival.de